O-Beine

O-BeineO-Beine

O-Beine und X-Beine bezeichnet man als Beinachsenfehlstellungen. In diesem Artikel gehe ich jetzt mal von Erwachsen aus. O-Beine sind vor allem bei Fußballern bekannt und beliebt, X-Beine sieht man häufiger bei Frauen (Grund: breiteres Becken als Männer). Häufig auch bei jungen Mädchen in Verbindung mit Koordinationsproblem beim Laufen mit hohen Schuhen. Wenn man das Wort Beinachsenfehlstellung Googelt, dann findet man die Seiten der Orthopädiekliniken mit den entsprechenden Operationsmethoden. Aber keinerlei Empfehlungen zu konservativer Therapie. Daran verdienen die Kliniken nämlich nichts.

Wie entstehen Fehlstellungen?
Sie können angeboren sein oder durch ständige falsche Belastung (funktional) entstehen, siehe Fußball Beine
Auch Krankheiten, Unfälle und Sportverletzungen können die Ursache sein. Ob eine Fehlstellung vorliegt, erkennen Sie wenn Sie sich vor den Spiegel stellen. Stellen Sie die Füße aneinander. Sehen Sie eine große Lücke zwischen den Knien, haben Sie O Beine. Berühren Sich die Knie, bevor sich die Füße berühren, X Beine. Fehlstellungen können auch die Ursache von Rückenschmerzen sein.

Vorsicht bei Übergewicht
Starkes Übergewicht und Beinachsenfehlstellung sind eine ungünstige Kombination. Hier wird die Belastung auf die Knorpel noch verstärkt. Abnehmen mit Sport ist die Lösung. Sonst drohen Gelenkschmerzen bis hin zur Arthrose.

Einlagen
Einlagen und Bandagen unterstützen den Fuß und können damit helfen. Aber: durch Einlagen muss der Körper sich nicht mehr anstrengen, die Haltung selbst zu korrigieren, d.h. die Muskulatur lässt nach und die Haltung verschlimmert sich. Sinnvoller wäre ein Training des Fußgewölbes.

Training
Ein starke Fehlstellung lässt sich nicht wegtrainieren. Ziel des Trainings ist es aber, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, um eine Arthrose zu vermeiden.
Neben dem Abnehmen ist ein sogenanntes Beinachsentraining hilfreich. Außerdem sollte gerade bei Joggern auf optimale Laufschuh wert gelegt werden (evtl. mit Einlagen). Infos hier: die richtigen Laufschuhe.
Koordinationstraining z.B. Gleichgewichtstraining ist immer gut.
Zum Krafttraining. Zu empfehlen wäre hier die klassische Kniebeuge mit besonderer Beachtung der richtigen Beinachse. Die Knie sollten im gebeugten Zustand Richtung mittlerer Zeh zeigen und die Knie sollten nicht über die Zehen gehen. Die Übung auch gerne einbeinig oder mit Balancekissen. Einbeinstand ist auch an sich als Gleichgewichtübung zu empfehlen. Je nach Fehlstellung sollten die Muskeln an den Beinaussenseiten (Abduktoren) oder Innenseiten (Adduktoren) gekräftigt werden.
Hier findet man unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Angaben. Von der Logik her entstehen O Beine dadurch, dass die Adduktoren und bei gestrecktem Knie verkürzt sind und dadurch die Knie nach außen gedrückt werden. Also sollten Sie gedehnt und die Abduktoren gekräftigt werden (Knie gestreckt). Bei X-Beinen sind demnach die Abduktoren im gestreckten Zustand verkürzt und die Adduktoren zu schwach. Hier werden Adduktoren in gestrecktem Zustand gekräftigt und die Abduktoren gedehnt. Klingt kompliziert, ist es auch. Außerdem muss noch die Rotation der Beinachse beachtet werden. Ist das Bein innen- oder außenrotiert? Mein Tipp: fragen Sie Ihren Physiotherapeuten. .
Ein Training der Fußmuskulatur, um das Fußgewölbe zu kräftigen, insbesondere viel Barfuß laufen kann helfen.
Hier noch einige Informationen zu Beinachsentraining.

Author Description

Jörg Gerstmann

Jörg Gerstmann ist Diplom Sportwissenschaftler und Personal Trainer in München und Starnberg. Er arbeitet als freier Berater im betrieblichen Gesundheitsmanagement bei symbicon und Area Manager bei Power Plate.

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