Fitness Armband

Trail runner looking at heart rate monitor watchWas bringt ein Fitness Armband?

Jetzt bringt auch noch Microsoft ein Fitness Armband raus. Ohne Elektronik kann man sich ja heute fast nicht mehr bewegen. Die neuen Fitness Armbänder werden mittlerweile von kleinen App Anbietern wie Fit bit, aber auch von großen Anbietern wie Microsoft und Apple aufgenommen.
Aber was bringen diese Fitness Armbänder wirklich? Vom Tragen alleine wird man jedenfalls nicht fitter, auch wenn es sehr dynamisch aussieht 😉
Einige meiner Kunden haben selbst solche Armbänder getragen und die gewonnen Daten haben mir bei der Erstellung des richtigen Personal Trainings gut weitergeholfen. Man kann den individuellen Tagesablauf gut nachvollziehen. Zusammen mit einer Ernährungsdokumentation ergibt sich so ein vollständiges Profil. Die Daten wurden aber erst nutzbar durch den Trainingsplan bzw. auch mein Hintergrundwissen. Außerdem ist die gesamte aussagekräftige Dokumentation relativ aufwändig. Die meisten Armbänder zählen hauptsächlich den Kalorienverbrauch. Zusammen mit einer Ernährungsdokumentation über Kalorienaufnahme kann man somit ermitteln, ob ein Kaloriendefizit vorliegt. Dies würde zu einer Gewichtsabnahme führen. Einfach gesagt: Hab ich mich genug bewegt, oder zu viel gegessen?
Die Frage ist, wie präzise die erhobenen Daten sind. Alleine zur Bestimmung des Grundumsatzes wären viele Parameter nötig. Zur Bestimmung des Leistungsumsatzes müsste durchgehend die Herzfrequenz präzise gemessen werden.
Hier finden Sie einen Vergleich unterschiedlicher Anbieter: http://www.pocketnavigation.de/2014/10/acht-fitness-tracker-im-test/3/
Interessant ist natürlich der Wettkampfcharakter (oder Competition, wie man heute sagen würde). Sich mit Kollegen oder Freunden vergleichen, Wettbewerbe oder gar Preise können die Motivation deutlich erhöhen. Oder gemeinsam etwas erreichen: z.B. Schrittzähler Ergebnisse addieren und zusammen virtuell von München nach Rom gehen.
Mein Fazit:
Wenn die Geräte dazu führen, dass sich die Menschen mehr bewegen, haben Sie Ihren Zweck erfüllt. Wenn man mehr Zeit damit verbringt, schöne Grafiken auszuwerten und das Gerät einzustellen, als raus zu gehen und sich zu bewegen, dann bringt es nichts. Daten sammeln alleine hat lediglich Informationsgehalt. Erst die Interpretation der Daten und Umsetzung in einem Konzept machen Sie „wertvoll“. Trotz der Datenflut sollte man sich immer noch auf sein Körpergefühl verlassen und nicht von der Uhr den Tagesablauf diktieren lassen. Wer ein Problem damit hat, Bewegungsprofile und gesundheitliche Daten online zustellen, sollte nach einem Offline Model suchen.

Author Description

Jörg Gerstmann

Jörg Gerstmann ist Diplom Sportwissenschaftler und Personal Trainer in München und Starnberg. Er arbeitet als freier Berater im betrieblichen Gesundheitsmanagement bei symbicon und Area Manager bei Power Plate.