Alpenüberquerung Etappe 4/6

Tag 4 Glurns nach Walburg im Ultental 2000hm, 87km


Vor dieser Etappe hatten wir vor der Tour am meisten Respekt. Wir waren uns wirklich nicht sicher, ob wir das packen. Von der Planung her wäre es vielleicht auch eine gute Idee gewesen, nach drei Tagen fahrt einen Tag Pause einzulegen und dann mit der Königsetappe zu starten. Aber egal, da mussten wir jetzt durch. Der Anfang versprach auch kraftschonend zu bleiben auf dem Etschradweg gemütlich entlang, teilweise sogar Windschatten fahren. Der Nachteil dieser Tour war die Aufteilung der Höhenmeter. Vor dem Mittagessen 1500hm, abends nochmal 500hm. Aber ok, los geht’s im Vinschgau in Richtung Naturnser Alm. Von 500 auf 2000 hoch. Unterschiedliche Steigungen auf unterschiedlichen Belägen waren zu bewältigen. Das war nur machbar durch einen ständigen Wechsel zwischen stehend fahren, sitzend fahren und schieben. Pausen waren unterwegs absolut notwendig, durften aber nicht zu lang sein. Sonst fällt der wiederaufstieg wirklich schwer. Genervt haben uns an dieser Stelle nur gelegentlich E-Biker. Es ist ja schön, dass Sie mit dem Bike bergauf können. Aber man sollte auch so viel Fahrtechnik beherrschen, dass man auch wieder ohne Angst und Panik runterfahren kann. 45min vor dem Ziel haben wir noch ein paar Traubenzucker eingeschmissen, die uns die letzten Kraftreserven entlockt haben. Oben hat dann das beste Hirschgulasch meines Lebens gewartet und ein selten gekanntes Glücksgefühl: Bikers High! Leider hat die Pause nicht so lange dauern können, wie erwartet. Da sich schlechtes Wetter angekündigt hat, dass aber letzten Endes ausgeblieben ist. Vollgestopft mit den notwendigen Kohlehydraten haben wir noch einen kleinen Anstieg gemeistert, bevor es gefühlt stundenlang bergab ging. Unten angekommen wartete dann wieder ein 500m Anstieg in Richtung Walburg. An dieser Stelle hatte aber „der Spaß ein Loch“. Wir waren völlig platt von der Tour und mussten die letzten Meter an einer viel befahrenen Straße neben LKW und Bussen uns quälen. Oben angekommen warteten die Erlösung und ein leckeres Essen im Hotel.

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Jörg Gerstmann

Jörg Gerstmann ist Diplom Sportwissenschaftler und Personal Trainer in München und Starnberg. Er arbeitet als freier Berater im betrieblichen Gesundheitsmanagement bei symbicon und Area Manager bei Power Plate.

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