Alpenüberquerung Etappe 5/6

Tag 5 Walburg nach Cles, Italien  1500hm. 60km

Wir haben uns bewusst für den Radweg neben der Strasse zum Start entschieden und es ist ganz locker losgegangen. Die Höhenmeter für heute waren wieder mal alle am Stück zu bewältigen, dafür waren sie aber bis zur Mittagspause erledigt. Das Rabbijoch. Sehr schöne Landschaft und eine lange Auffahrt. Der Autor des Alpencross Buchs hat jedoch nur eine kurze Schiebepassage beschrieben. Möchte mal wissen, wie er die Steigung gefahren ist. Die zunehmende Bewölkung hat uns zu denken gegeben und unseren Tritt ein wenig beschleunigt. Die Vorstellung von zuckenden Blitzen am Gipfelplateau auf 2500m Höhe hat uns angetrieben. Außer ein paar Regen Tröpfchen war dann aber nichts. Gott sei Dank. Oben am Pass sind wir einem Mann begegnet, der die Alpen mit dem Pferd überquert hat. Von München nach Montpellier in Frankreich. Typen gibt’s da. Verrückt aber bewundernswert.  Am Gipfel des Rabijochs wieder Ausschüttung von ausreichend Glückshormonen. Und das Essen belohnt die Mühen. Polenta und geschmolzener Käse. Der Wahnsinn. Ich hätte mich reinlegen können.

Nach dem Essen: die Abfahrt liegt vor uns. Hochkonzentriert, top ausgerüstet. Drängelt sich ein kleiner Einheimischer vor, offenbar einer der Arbeiter auf der Berghütte. Ob er kurz vorausfahren kann. Geht in den Schuppen, schnappt sich seine Enduro und lässt sie entspannt über den 1,50m breiten Mountainbike Downhill Pfad rollen. Nachdem wir alle unsere Kinnlade wieder hochgeklappt hatten, ging es los.  Es war der beste Downhill, den ich bisher mit dem Bike gefahren bin. Und ich habe Gott gedankt, dass ich ein Fully habe. Und an dieser Stelle haben wir auch gemerkt, wie vorausschauend wir gepackt hatten. Nach einem Aufsetzer auf einer Kante war der Reifen platt. Konnte aber sofort fachmännisch ersetzt werden. Jetzt ging es eigentlich nur noch bergab, einzige Ausnahme bildet ein Fahrfehler bzw. eine verpasste Abzweigung unsererseits, die in einem Gegenanstieg  endete. Sonst haben uns am Ende nur die Unterarme vom vielen Bremsen geschmerzt. In Italien war es kuschlig warmes Wetter und der letzte Anstieg nach Cles war ganz locker.

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Jörg Gerstmann

Jörg Gerstmann ist Diplom Sportwissenschaftler und Personal Trainer in München und Starnberg. Er arbeitet als freier Berater im betrieblichen Gesundheitsmanagement bei symbicon und Area Manager bei Power Plate.

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