Alpenüberquerung Mountainbike

Alpenüberquerung Mountainbike

Alpenüberquerung MountainbikeDie Planung

Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike war mein Traum, seitdem ich meine Liebe zum Marathonlauf verletzungsbedingt aufgeben musste. Ende 2016 als „gute Idee“ mit Freunden besprochen und abgespeichert, hat die Planung im Januar 2016 schließlich Gestalt angenommen. Die Entscheidung fiel schließlich auf die Route „Alta Via Claudia“. Im Tourenbuch als Mittelschwer angegeben mit 9700hm und 401km Distanz von Oberstdorf nach Riva am Gardasee. Gesamte Fahrtzeit 6 Tage. Eine Woche Urlaub genommen. Der letzte Tag sollte zur Entspannung am Lago dienen.
Am Ende sind noch zwei Fahrer dabei geblieben Jörg Gerstmann und Andreas Wietzke.
Die Hotels waren am schnellsten gebucht. Und das schöne war, dass auch die vornehmen 4 Sterne Hotels in Ski Orten im Sommer angenehme Preise haben. Hüttenübernachtungen wurden wieder verworfen und im Nachhinein war es eine weiße Entscheidung, sich nach mehreren Stunden im Sattel ein bisschen wohlfühlen zu gönnen.

Hardtail oder Fully?

Die Frage stellt sich nach jeder Tragepassage oder schier endlosen Höhenmetern. Wir waren beide mit Fullys unterwegs. Aufgrund der Carbon Konstruktion hatte ich ein bisschen weniger zu schleppen. Und man merkt jedes Kilo. Einige Teile der Strecke waren auch auf Teer. Hier ist ein Fully unnötig. Antriebseinflüsse beim Treten kosten zusätzlich wertvolle Kraft. Knackige Downhills kommen immer wieder vor, sind aber insgesamt eher selten.
Fazit: Ich bleib bei meinem Fully, weil ich auch mal spontan die Isar Trails runterheizen will, und mein Bike einfach sehr vielseitig ist. Die Carbon Version ist auch sehr leicht. Und ich habe auch nicht das Bedürfnis mir ein Bike extra für den Alpencross zu kaufen. Wer entsprechendes Budget hat, dem würde ich es raten. Außerdem würde ich die Wahl des Rades auch von der Streckenbeschaffenheit abhängig machen. Holprige Schotterpisten sind auch mit dem Fully angenehmer und Rückenschonend. Was mit zunehmendem Alter auch ein wichtiges Argument ist. Bevor man aber investiert, ist es auf jeden Fall sinnvoll, mal auf einem Bike Testival dabei zu sein. Oder man leiht sich einfach mal ein Rad von Freunden aus.

Clicker oder nicht? Wahl der Schuhe

Ich fahre seit über 20 Jahren mit Click Pedalen und bin es gewohnt. Der Vorteil liegt für mich vor allem im runden Tritt. Da man über die Zugbewegung die Muskulatur gleichmäßiger belasten kann. Das macht auf langen Strecken einen großen Unterschied, da nicht die gesamte Kraft aus dem Oberschenkelstrecker kommt. Der Nachteil besteht natürlich in der Unfall bzw. Umfallgefahr. Um diese möglichst gering zu halten, sollte die Schraube zur Regulierung des Ausstiegs entsprechend eingestellt sein.
Die Wahl der Schuhe kann auch noch den Ausschlag geben. Clicker schuhe haben eine versteifte Sohle. Dadurch ist die Kraftübertragung wesentlich besser, aber die Bequemlichkeit leidet unter Umständen. Bei langen Schiebe- oder Tragepassagen sind sie auch als suboptimal anzusehen. Wer „bike und hike“ mag, sollte sich das genau überlegen. Zum Wandern sind Clicker selten geeignet. Für flache Pedale ist die Schuhauswahl größer. Jedoch fehlt es hier aufgrund der weichen Sohle an der optimalen Kraftübertragung. Da man sich mit den Füßen beim treten fast ein wenig einkrallt, ist es auf die Dauer auch für das Fußgewölbe ermüdend.
Persönlich habe ich eine Pedal Variante gewählt, die beides hat. Flach auf der einen, clicker auf der anderen Seite. So konnte ich beim Downhill, wo häufiges Absteigen nötig ist, die Vorteile der Variante nutzen. Auf langen Strecken hat mir der runde Tritt ein kraftsparendes Treten ermöglicht. Meine Schuhe waren eher rennsportlich ausgelegt und bei Tragepassagen unbequem. Aber Sie waren nach über 10 Jahren perfekt eingelaufen. Auf keinen Fall neue Schuhe kurz vor einem Alpencross kaufen!

Das Training

Training AlpencrossIm Winter bei Kälte und Schneematsch war die Begeisterung relativ gering, 2 Stunden zu biken und dann ebenso lange zu putzen. Für so ein Training gibt es schließlich Home Trainer, Ergometer und Spinning Bikes. Und damit haben wir dann auch beide getrennt voneinander angefangen zu trainieren. Um die Grundlagenausdauer aufzubauen sehr regelmäßig und vorerst kleinere Touren. Zur Motivation nebenbei ein paar Serien laufen lassen (Dauer45min). Gelegentlich wurde der Wiederstand erhöht, um mehr im Bereich der Kraftausdauer zu arbeiten. Zusätzlich habe ich noch mit meiner Power Plate und Gewichten an der Kniebeuge gearbeitet, auch um die Muskulatur nach einer Operation im Januar 2016 wieder aufzubauen. Zum Frühling hin und mit dem neuen Bike ging es dann raus in die Natur. Kilometer fressen, Technik Training und Sitzfleisch erarbeiten. Zum Tour Termin hin wurden die Trainingseinheiten länger. Die letzte Woche vor der Tour war aber dann Regeneration angesagt. Es hatte auch niemand Lust, sich jetzt noch zu verletzen.

Erste Hilfe Kurs zur Vorbereitung

Der Alpenverein bietet eine Kurs an „Erste Hilfe am Berg“. Und das war genau das Richtige für uns. Die Maßnahmen wurden gezielt im Gelände trainiert (am Isar Hochufer). Und die Themen wurden auf die spezielle Notfalllage am Berg fokussiert (z.B. Verhalten bei Hubschrauberrettung). Alles in Allem hat uns dieser Kurs nochmal in dem Vertrauen auf den Tour Partner gestärkt. Jeder weiß jetzt, dass er sich auf den anderen und seine Fähigkeiten im Notfall verlassen kann.

Die Etappen:

Etappe 1: Oberstdorf – St.Anton

Etappe 2: St.Anton- Bodenalpe

Etappe 3: Bodenalpe – Glurns

Etappe 4: Glurns – Walburg

Etappe 5: Walburg – Cles

Etappe 6: Cles – Riva

 

 

 

JG Personal Training

© Jörg Gerstmann Personal Training 2018
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